Sonntag, 20. März 2016

Sunday thoughts: Offline ist der neue Luxus und warum ich mich mit Blogpausen angefreundet habe

Tja, jetzt hab ich den ganzen Tag überlegt, ob ich diesen Beitrag schreiben soll oder nicht. Meine innerste Blogger-Stimme sagte: "Ach, blogg doch einfach anstatt darüber zu schreiben dass du nicht bloggst!" Wie ich dann festgestellt habe gibt es da anscheinend eine noch-innerere innere Blogger-Stimme und die vertritt die Meinung "Wenn dir ein Thema nicht aus dem Kopf geht und du es gerne teilen möchtest, dann mach das einfach, anstatt dir irgendwelche Posts aus den Fingern zu saugen." Und genau das mach ich jetzt auch. Es ist nicht so, als hätte ich nicht einen Haufen Ideen für Blogbeiträge. Einige Posts sind sogar schon seit Wochen halbfertig und warten nur auf den letzten Schliff, vielleicht ein paar Fotos und schussendlich auch darauf, dass ich auf "veröffentlichen" drücke. Aber irgendwie kann ich mich nicht so richtig überwinden.

Vergangene Woche las ich dann den Blogpost von Mirela von coral and mauve. Ihren Blog mag ich sehr gerne, nicht nur weil sie aus Wien kommt, sondern vor allem, weil sie ganz unterschiedliche Themen anspricht. Sie sagt selbst über sich, dass sie keine Nische bedienen kann und will und damit kann ich mich sehr gut identifizieren. Und dann stand da dieser Satz, der bei mir gerade wie die Faust aufs Auge passt:

http://coralandmauve.at(Die Grafik stammt von mir, der Spruch von Mirela. Falls es also ein copyright für Sprüche gibt, dann liegt das bei ihr :))

Und erst da habe ich so richtig realisiert, warum ich in den vergangenen zwei Monaten recht wenig gebloggt habe. Sicher, der Februar war recht stressig, aber es lag nicht  an der fehlenden Zeit oder an mangelnden Ideen. Der Grund war eigentlich, dass ich meine Zeit mit anderen Dingen verbracht habe. Ich habe teilweise die ganze Woche Instagram, Pinterest und co links liegen lassen, kaum Blogposts gelesen und erst recht keine geschrieben. Meine Freizeit war so schnell mit anderen Dingen gefüllt- lange Spaziergänge am Wochenende, auf der Couch liegen und lesen, mit dem Herzmann bis zum Nachmittag im Bett bleiben, neue Brunchlokale mit den besten Freundinnen austesten, wieder vermehrt Laufen gehen als Vorbereitung auf den Vienna City Staffel-Marathon, gesund kochen und neue Rezepte ausprobieren, neue Serien entdecken und darauf reinkippen und ganz vielen anderen Dingen.


Versteht mich nicht falsch, ich mag Instagram, Pinterest und inzwischen auch Snapchat (auch wenn ich es nicht ganz durchschaue, aber das ist eine andere Geschichte) sehr gerne, ich liebe es, mich an einem Sonntag durch die Beiträge meiner Lieblingsblogs zu lesen, mit einer Tasse Kaffee in der Hand und viel Zeit. Aber mir ist selbst bewusst geworden, dass ich ganz lange nicht mehr mit voller Aufmerksamkeit einen Film angesehen habe, ohne nebenbei den Instagram-Feed durchzuscrollen, jemandem auf Whatsapp zurückzuschreiben oder schon den nächsten Tag zu planen. Einfach mal nicht alle 15 Minuten aufs Handy zu schauen oder Social-Media Beiträge für den Blog zu planen kann unglaublich entspannend sein. Früher hatte ich immer ein schlechtes Gewissen, wenn die Anzahl meiner Beiträge in einer Woche mal einbrach oder ich keine Ideen für abwechslungsreiche Posts hatte. Ich habe sicher das ein oder andere Mal einen Beitrag fertiggeschrieben, obwohl ich gar keine Lust darauf hatte und eigentlich nciht ganz zufrieden war. Aber inzwischen habe ich mir selbst ein bisschen den Druck genommen.





CharlottenMarotten läuft immer noch in meiner Freizeit, ich habe den Blog gestartet und er ist die letzten Jahre wohl auch ziemlich mit mir mitgewachsen. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass ich irgendwelche Vorgaben oder Verpflichtungen zu erfüllen habe. Sobald mir das Bloggen keinen Spaß mehr macht, sobald es eher zu einer Belastung wird, lege ich einfach eine Pause ein. Es ist nicht schlimm, wenn 3 Wochen kein Beitrag erscheint. Viel schlimmer fände ich es persönlich, wenn in dieser Zeit 6 lieblose Posts fabriziert werden, mit denen ich weder beim Schreiben noch nach der Veröffentlichung zufrieden bin. Der Blog soll vor allem authentisch sein und wenn mir gerade mehr danach ist, den Frühlingseinbruch zu genießen und meine Zeit nicht vor dem Laptop zu verbringen, ist das genau in Ordnung. Ich weiß nicht, ob es anderen Bloggern auch so geht oder ob das vor allem bei mir ein Phänomen ist. Das liegt sicher auch daran, dass ich es nicht sehr gut schaffe, Posts zu planen und langfristig vorzubereiten. Für mich ist das inzwischen total in Ordnung und ich freue mich eher über die Motivationsschübe, wenn ich eine neue Idee zeitnah umsetzen und in einen Post verpacken kann.

Unsere Gesellschaft wird von so vielen Seiten mit Informationen, Eindrücken und Bildern bombardiert, dass viele (so wie ich) es gar nicht mehr gewohnt sind, eine Sache bewusst zu machen und mal nicht online zu sein. Über jeden Ausflug, jedes Frühstück, jede Sporteinheit wird gesnapchattet, ein Bild auf instagram hochgeladen und im Idealfall gibt es dazu noch passende Facebook-Posts und einen Tweet. Ich habe für mich persönlich entschieden, dass ich das nicht möchte. Weil ich das einfach nicht brauche und mein Blog braucht es auch nicht. Ich freue mich über jeden einzelnen Leser und Kommentar, allerdings habe ich irgendwie noch den Glauben daran, dass das Interesse nicht verschwindet, wenn mal 2 Wochen Ruhe auf dem Blog ist (wow wie oft habe ich eigentlich schon das Wort Blog geschrieben?).

Meine Freizeit genießen, neue Dinge auszuprobieren, das Handy mal beiseite legen, Zeit mit den wichtigsten Menschen in meinem Umfeld zu verbringen- das sind die Dinge, die für mich derzeit absolute Priorität haben. Denn wer glücklich und inspiriert ist, schreibt sicher auch die besseren Blogposts, oder nicht?

Habt einen schönen Wochenstart ihr Lieben!

Sonntag, 6. März 2016

Fernweh & Erinnerungen an zwei tolle Südostasien-Reisen

Wenn es in Wien kalt uns nass ist wie die ganze vergangene Woche, wandelt sich meine "yeah-es-ist-Montag-kann-mir-gar-nichts"-Kampfansage in eine "ihhh-jetzt-weht-der-Wind-natürlich-genau-mir-entgegen-und-ich-hab-meine-Handschuhe-vergessen-alles-scheiße!"-Laune.
Irgendwie ist es schon wieder zu viele Monate her, dass ich in Kroatien ein bisschen Sonne und Meer abbekommen habe. Die Travel-Posts kommen in letzter Zeit einfach viel zu kurz und das liegt vor allem daran, dass ich vergangenes Jahr sehr wenig verreist bin. Ein Wochenende in den Bergen, eine Woche in Kroatien, ein Kurztrip nach Bratislava und ein verlängertes Wochenende in Hamburg waren alle wunderschön, aber dennoch plagt mich in den letzten Wochen ganz massiv das Fernweh. (das mag vor allem daran liegen, dass zwei meiner besten Freundinnen den Februar ganz abenteuerlich tausende Kilometer weit weg verbracht und mich mit den schönsten Landschafts- und Meerfotos zugespamt haben- das hat man jetzt davon ;))

Leider ist keine Spontan-Reise in Sicht, deswegen muss ich mich bis zum Sommer und Herbst, wenn wieder Pläne anstehen, noch gedulden. Solange tröste ich mich mit den beiden Videos aus Südostasien, die 2013 (Indonesien & Bali) und 2014 (Bali, Thailand & Laos) entstanden sind.

Meinen Südostasien-Travelguide findet ihr übrigens hier (Teil I), Fotos aus Laos gibt es hier und aus Indonesien hier.

 

Jetzt nachdem ich beide Videos nochmal angesehen habe, bin ich nicht ganz sicher ob das Fernweh kleiner oder größer geworden ist... Naja, ein herannahender Montag kann mit kleinem Bungalow am Strand einfach nicht mithalten. Trotzdem gehts morgen in eine neue Woche, vielleicht gibt es ja zur Abwechslung ein bisschen Sonne, oder ich gewinne eine Reise oder so (man soll immer optimistisch bleiben!)

Ich wünsch euch einen guten Start in die neue Woche!



Sonntag, 28. Februar 2016

Zwischenstand: Projekt Zuckerfrei und ein Rezept für gesunde Cookies, die man jederzeit verputzen kann

Der Februar war kein produktiver Monat für den Blog. Dafür war das restliche Leben der produktiv. Manchmal fühl ich mich einfach nicht nach bloggen und anstatt einen Beitrag rauszuhauen, den ich selber nicht lesen möchte, schreib ich dann lieber gar nichts. Nichtsdestrotrotz steht Projekt zuckerfrei (oder Industriezuckerfrei) immer noch, ich hatte ja hier schon davon erzählt. 

Und ich muss sagen- es läuft! Die ersten drei, vier Tage waren ganz schön anstrengend, irgendwie haben mein Bauch und mein Kopf noch nicht kommuniziert und der Bauch sagte jedes Mal nach dem Mittagessen "soooo, jetzt ein Stückchen Schokolade!" bis der Kopf einschritt und ein großes "NOOOOOIIIIIIN!" losschickte. Tja, also ich bin bisher eisern geblieben. Keine Schokolade, keine Süßigkeiten, keine süßen Getränke. Außerdem achte ich beim Einkaufen gezielter darauf, wo überall Zucker dringsteckt. Beim Müsli und auch anderen Produkten greife ich jetzt nach den zuckerfreien, wobei natürlich Fruchtzucker für mich nicht zählt (Rosinen, getrocknete Apfelstücke und co dürfen sich also ihrer Daseinsberechtigung im Müsli erfreuen). Seit 1-2 Wochen geht es mir richtig gut mit dem Zuckerverzicht. Natürlich hab ich immer wieder Lust auf ein Stück Schokolade, aber inzwischen denk ich gar nicht mehr so viel darüber nach. Allerdings hab ich mir andere Snacks gesucht, um Heißhunger auf Süßes zu vermeiden, zum Beispiel Mandeln oder Obst. Auf Pinterest habe ich inzwischen auch einige zuckerfreie Rezepte gesammelt, die ich nach und nach durchprobiere. 

Gestern habe ich im Anflug einer Motivationswelle ein Rezept für gesunde Cookies ausprobiert und war wirklich absolut begeistert, deswegen werdet ihr heute damit beglückt.


Für diese Apfel-Kokos-Nuss-Cranberry-Cookies braucht ihr Folgendes:


Die Äpfel werden mit einer Reibe klein gerieben. Wenn sie sehr saftig sind, am besten nochmal ausdrücken (den Saft hab ich gleich für einen Smoothie verwendet, top organisiert wie ich bin...bzw. läfut das bei mir immer so: hmmm....ich hab noch Banane übrig- na dann mach ich einen Smoothie. Hmmm, jetzt hab ich eine halbe Mango übrig- na dann ess ich die mit Joghurt. Aber was macht man mit einem halben Joghurt, kann mir das mal jemand sagen?). 
Wenn ihr keine Eier nehmen wollt oder im Haus habt, kann man die entweder durch Chiasamen (angerührt mit Wasser und ein bisschen quellen lassen) oder durch Banane ersetzen. Die Cranberries und Mandeln ein bisschen kleiner hacken, alle übrigen Zutaten dazukippen und gut durchrühren. Kleine Teighäufchen auf ein Backblech setzen und plattdrücken und dann für 25 Minuten bei 180 Grad Umluft in den Backofen.



Das Tolle an den Keksen ist, dass man das Rezept nach Belieben abwandeln kann, ich habe es von hier übernommen und so abgewandelt, dass ich alle Zutaten die ich im Haus hatte verwenden konnte. Der Teig ist super schnell angerührt und die Kekse duften wunderbar. Am besten ihr lasst sie nach dem Backen noch ein bisschen auskühlen.Die Kokoschips von den Fotos hab ich übrigens nicht für die Kekse verwendet, sondern kleinere Kokosflocken. Die Chips haben es nur aus optischen Gründen auf die Fotos geschafft (was man von den Äpfeln leider nicht behaupten kann, es waren keine mehr übrig für das Set. Das Leid eines Bloggers...)

Ich hätte nicht gedacht, dass Kokos und Apfel so gut zusammenpassen, noch dazu mit Cranberries und Nüssen aber die Kekse sind wirklich richtig lecker und halten sich im Kühlschrank bis zu einer Woche. Die kommenden Tage in der Arbeit sind snacktechnisch also gerettet!

Wie sieht es bei euch aus mit euren Vorsätzen für die Fastenzeit? Oder seid ihr schon in Oster-Backlaune?


 



Sonntag, 7. Februar 2016

Sunday thoughts: Sind wir alle Sugar-Junkies?

Da die neue Kategorie bei euch sehr gut ankam (hier findet ihr den ersten Beitrag zum Thema Kleidung) und es gerade ganz viele Themen gibt über die ich mir Gedanken mache, möchte ich unbedingt weitermachen. Heute geht es allerdings um ein anderes Thema- unsere Ernährung, genauer gesagt um den süßen Teil der Ernährung:
In den letzten Wochen kam mir das Thema "Zucker" irgendwie immer wieder unter. Auf vielen Blogs ist der Verzicht auf Industriezucker ein heißes Thema- natürlich auch gerade zu Beginn des Jahres und kurz vor der Fastenzeit.
Hannah zum Beispiel hat einen spannenden Beitrag dazu geschrieben: "Zucker- das Kokain unserer Zeit?" Anfangs fand ich solche reißerischen Titel, die auch in diversen Büchern und Dokus zu finden sind, sehr übertrieben. Genau wie bei der - wie ich sie nenne- Weizen-Panik muss man ein bisschen aufpassen, wie man mit den Informationen, mit denen uns das Internet versorgt umgeht. Mir ist sehr bewusst, dass Weizen und Zucker nicht gerade wertvoll für unseren Körper sind. Der Durchschnittsmensch nimmt 150 g Zucker täglich zu sich, das ist schon eine unglaubliche Menge.
Lange Zeit habe ich solche Werte mit einem Schmunzeln gelesen und mir nur gedacht "Tja, die Amis- DIE essen ja viel Zucker, aber ich weiß ja, dass in Süßigkeiten viel Zucker steckt, das kann ich ja ausgezeichnet kontrollieren". Fast schon ironisch sehe ich das ganze Thema jetzt, denn wenn es nur um den Zucker ginge, der sich einem quasi aufdrängt (Cola, Kekse, Kuchen & co lassen grüßen), wäre das Problem vermutlich nur halb so groß. In ein richtiges Dilemma kommt man erst, wenn man darauf achtet, wo überall Zucker drinsteckt- großteils nämlich in vermeintlich gesunden Nahrungsmitteln wie Joghurt, Müsli und Müsliriegeln und sonstigem Zeug.


Letztes Jahr habe ich während der Fastenzeit auf Schokolade und Süßigkeiten verzichtet (die Unterteilung kommt daher, dass ich im Vorjahr nur auf Schokolade verzichtet habe und mich letztes Jahr noch ein wenig steigern wollte). Dieses Jahr möchte ich das gerne wiederholen, und ab Mittwoch 40 Tage lang aus Süßes verzichten. Zudem will ich bewusster darauf achten, wo überall versteckter Zucker enthalten ist. Das bedeutet besonders viel frisch kochen, die Inhaltsangaben von Lebensmitteln genauer studieren und mir auch gesunde Alternativen überlegen.

Zucker ist natürlich nicht gleich Zucker, ganz vehemente Verfechter des zuckerfreien Lebens verzichten auf jede Art von Zucker, das beinhaltet auch Milchzucker (Lactose) und Fruchtzucker (Fructose). Da ich fürchte, dass ich doch viel Zucker zu mir nehme (auch wenn ich generell kein Freund von süßen Säften bin, es gibt genug andere Versuchungen...) möchte ich erstmal langsam starten und die 40 Tage keine Süßigkeiten bzw. Gerichte mit viel Industriezucker essen. Dafür werde ich noch einen Cut-off setzen, damit ich mich ein bisschen orientieren kann.
Schlau gemacht habe ich mich natürlich auch gleich mal zu möglichen Alternativen zu Haushaltszucker (oder auch hier). Gar nicht so einfach, denn auch Honig und Agavensirup sind stark verarbeitet und enthalten natürlich immer noch viel Fructose. Aber ich finde, es ist einfach wichtig, einen ersten Schritt zu machen und mal auszuprobieren, eine Zeit lang (Industrie-) zuckerfrei zu leben. 
Warum mache ich das eigentlich?
Ich kann nicht behaupten, dass ich meine Ernährung komplett umstellen möchte und ab sofort auf Zucker verzichten will- weder auf weißen noch auf braunen oder fancy Zucker wie Kokosblütenzucker & co. Langfristig werde ich sicher nicht auf Süßigkeiten verzichten, aber ich erhoffe mir von diesen 40 Tagen einfach, dass mein Bewusstsein sich ein bisschen verändert und natürlich auch, dass ich neue Rezepte und Alternativen ausprobieren kann. Und im Idealfall, dass sich mein Körpergefühl ändert. Denn die Ernährung trägt natürlich auch viel dazu bei, wie fit, ausgeglichen und gesund wir uns fühlen.



Auf die Idee kam ich übrigens auch durch das Projekt Zuckerfrei, das Hannah vom Blog "Projekt gesund leben" auf die Beine gestellt hat. Ich finde es immer motivierend, Gleichgesinnte zu finden und deren Tipps und Probleme zu hören. Allerdings starte ich schon am Aschermittwoch, damit ich bis Ostern fertig bin und mir dann wenigstens am Ostersonntag etwas Süßes genehmigen kann.

Als Vorbereitung heißt es nun 1. alle Süßigkeiten, die ich noch zuhause habe aufessen (null problemo!) und 2. Recherche betreiben! Blogs mit tollen gesunden Rezepten sind zum Beispiel Tasty Katy oder Carrots for claire.

Und wie es sich für eine gute Bloggerin gehört, habe ich schon ein Pinterest-Board angelegt (hier und hier). Naja, stimmt nicht ganz. Vor allem hab ich gepinnt, damit mein Nudelsiebhirn nicht gleich wieder alle Rezepte und Tipps vergisst. Und davon gibt es wirklich haufenweise. Mir war gar nicht bewusst, wieviele Blogs sich mit diesem Thema beschäftigen. Derzeit bin ich top motiviert, aber ich  sitze auch noch mit einem Kinderpingui da und schreibe den Post (für die Sherlocks unter euch- der Post wurde gescheduled- natürlich gibt es zum Frühstück kein Kinderpingui-obwohl...).

Auf jeden Fall kann es bald losgehen und ich werde danach und vielleicht auch zwischendruch berichten, wie es mir gegangen ist.

Verzichtet ihr während der Fastenzeit auf etwas? Wie steht ihr zum Thema Zucker? Eure Meinungen und Erfahrungen interessieren mich natürlich wie immer brennend.

PS: Wie praktisch, dass man als Blogger beim Thema Zucker einfach massenhaft passende Archiv-Bilder hat! ;)


Donnerstag, 4. Februar 2016

Herzensbücher: Dark Places & Cry Baby von Gilliane Flynn

Spätestens, seit ich die Verfilmung von "Gone Girl" im Kino sah, wusste ich, dass ich unbedingt etwas von der Autorin lesen wollte. Der Film war so dermaßen spannend, dass ich darauf hoffte, ihre Bücher wären es ebenso. Und ich wurde nicht enttäuscht. Letzten Sommer las ich "Cry baby"- und ich muss sagen, dass ich sehr erleichtert war, dass ich zu dieser Zeit zwischen Sand und Sonne verbrachte, denn alleine zuhause mit düsteren Winterabenden hätte ich das Buch vermutlich nicht fertig lesen können.



Das steht auf dem Buchrücken von "Cry baby":

"›Babydoll‹ steht auf ihrem Bein. ›Petticoat‹ auf ihrer linken Hüfte. ›Böse‹ findet sich ganz in der Nähe. ›Girl‹ prangt über ihrem Herzen, ›schädlich‹ ist in ihr Handgelenk geritzt. Camille Preakers Körper ist übersät mit Wörtern. Wörtern, die sie sich in die Haut geritzt hat. Das letzte Wort, das sie sich einritzte, hieß ›verschwinden‹. Danach stellte sie sich. Den Therapeuten, aber auch ihrer Vergangenheit. In ihrer alten Heimatstadt Wind Gap wurden zwei Teenager entführt und
ermordet. Camille Preaker soll den Fall für ihre Zeitung vor Ort recherchieren. Sie findet die Dämonen ihrer Kindheit. Und die verbreiten nicht nur Angst und Schrecken, sondern töten auch."


Auch wenn ich mit der Inhaltsangabe zuerst nicht viel anfangen konnte, war ich sofort neugierig. Gillian Flynn hat einen ganz eigenen Schreibstil. Die Protagonisten sind meistens keine iebenswerten Superhelden, sondern eher Personen am Rande der Gesellschaft, denen Schlimmes wiederfahren ist und die eigenartige Angewohnheiten und Charakterzüge haben. Camille Preakers, die Hauptfigur in "Cry Baby", begibt sich auf Spurensuche und ein lange zurückliegenes Verbrechen wird ganz neu aufgerollt. Als Leser erfährt man nach und nach, was damals tatsächlich geschehen ist und es bleibt bis zuletzt unglaublich spannend. Ich liebe Bücher, in denen erst ganz zum Schluss das Verbrechen aufgelöst wird und zudem noch alles anders ist, als man selbst geahnt hätte.



























Nachdem ich so begeistert war, musste das 2.Buch natürlich her. In den letzten Tagen habe ich "Dark places" gelesen. Auch hier geht es um ein lange zurückliegendes Verbrechen, das scheinbar nicht ganz aufgeklärt wurde. Und auch in diesem buch begiebt sich wieder eine leicht verstörte und eigensinnige Protagonistin auf Spurensuche.

Das sagt der Buchrücken von "Dark places":

"Sie war sieben, als die Schüsse fielen. Als sie in die kalte Nacht hinauslief und sich versteckte. Als ihre Mutter und ihre beiden Schwestern umgebracht wurden. Als ihre Zeugenaussage ihren Bruder hinter Gitter brachte. Jetzt, 25 Jahre später, ist aus Libby Day eine verbitterte, einsame Frau geworden, deren Leben eigentlich keines mehr ist. Doch inzwischen gibt es Leute, die an der Schuld ihres Bruders zweifeln. Libby muss noch einmal ihre Vergangenheit aufrollen: Was hat sie in jener verhängnisvollen Nacht wirklich gesehen? Ihre Erinnerungen bringen sie in Lebensgefahr – so wie damals."


Besonders gut hat mir an der Geschichte gefallen, dass sie zwischen vergangenen Passagen aus der Mordnacht bzw. der Zeit vor der Tragödie und der Gegenwart wechselt. Man erfährt Stück für Stück und aus der Sicht verschiedener Personen, was geschehen ist. Und entwickelt sehr schnell seine eigenen Theorien, alle 30 Seiten wechselte ich jedoch meine Meinung und war mir sicher jetzt GANZ GENAU zu wissen, wer Schuld an allem war. Tja.... Wie gesagt- Ich liebe unvorhersehbare Geschichten. Mehr möchte ich natürlich nicht spoilern.

Fazit: Beide Bücher kann ich wirklich wärmstens empfehlen. "Gone girl" hat im Übrigen auch so ein tolles Cover und ich würde es allein der Vollständigkeit halber (neonblau, -grün und -orange machen sich nebeneinander einfach toll im Regal) gerne lesen. Vielleicht warte ich damit aber noch ein bisschen, bis mir der Film nicht mehr so gut in Erinnerung ist. Auf jeden Fall sind die Bücher unglaublich abwechslungsreich, mit erfrischend unperfekten Hauptfiguren und noch dazu spannend geschrieben, allerdings empfehle ich, nur bei genug Zeit mit einem zu beginnen. Man wird sonst verrückt, wenn man ständig seine/n Tatverdächtige/n wechselt und nicht weiß, wer denn nun der Böse ist.

Habt ihr schon ein Buch von Gilliane Flynn gelesen?


Donnerstag, 28. Januar 2016

5 inspirierende Pinterest-Boards // warum Pinterest so süchtig macht

Bei mir gibt es immer wieder Phasen, in denen ich kaum dazukomme, Beiträge meiner Lieblingsblogs zu lesen und auch Instagram und Pinterest bleiben meistens geschlossen. Und dann packt mich ab und zu (vor allem am Wochenende oder wenn ich mal ein wenig Urlaub habe) die Lust und ich stöbere ein wenig durch meinen Pinterest-Feed. Meistens bleibt es gar nicht dabei, sondern ich komme immer wieder auf neue tolle Boards und kann so schnell mal eine Stunde auf Pinterest verbringen. Natürlich raubt das ganz schön viel Zeit, aber ich finde Pinterest einfach unglaublich praktisch und inspirierend (und nein- das ist kein gesponsorter Post, Pinterest braucht bei weitem auch keine Werbung mehr denke ich).

5 sehr inspirierende Boards möchte ich heute mit euch teilen und freue mich auch auf Tipps von euch!
https://www.pinterest.com/carrotsfclaire/carrots-for-claire-recipes/

Auf ihrem Blog schreibt Veronika über die Herausforderung, sich und ihre Familie (vor allem ihre Tochter Claire) gesund und bewusst zu ernähren. Ihre Rezepte sind einfach großartig und sehen köstlich aus, obwohl oder besser gesagt gerade weil sie aus gesunden Zutaten bestehen. Besonders verlockend finde ich den gesunden Schokokuchen oder das Hirseporridge mit Feigen. Aber natürlich gibt es auch herzhafte Rezepte auf dem Pinterest-Board.

https://www.pinterest.com/aentschie/urban-jungle/

Ich bin ja ein großer Fan von Zimmerpflanzen, auch wenn ich offen gestanden nicht gerade mit einem grünen Daumen geboren wurde. Trotzdem finde ich grün in der Wohnung schön und sehe mir aus Mangel an eigenem Talent gerne Fotos von dem Urban-Jungle-Bloggern an. Ein tolles grünes Board hat die liebe Aentschie auf ihrem Urban Jungle-Board.

https://www.pinterest.com/dariadaria/into-the-wild/
 Maddies Blog DariaDaria ist natürlich für euch kein Geheimtipp mehr. In letzter Zeit hat sie vor allem durch wunderschöne Naturaufnahmen und kritische Posts zum Nachdenken angeregt. Das Pinterest-Board "Into the wild" finde ich sehr stimmig, mystisch und einfach wunderschön.

https://www.pinterest.com/Herzundblut/home/

Die liebe Jules hat nicht nur einen ausgezeichneten Geschmack, was die Einrichtung von Räumen betrifft, sie ist auch eine meiner absoluten Lieblingsfotografinnen. Fotos ihrer Shootings könnt ihr auf ihrem Blog bewundern. Es gibt nicht viele Fotografen, die einen so eigenen Stil haben und trotzdem voll meinen Geschmack treffen, ohne dass die Fotos langweilig sind. Kein Wunder, dass ihre Boards mit Einrichtungsideen mich genauso begeistern.

https://www.pinterest.com/coralandmauve/webdesignblogging/
Mirela führt einen tollen Blog und hat zudem viele Boards auf Pinterest, unter anderem eines zum
Thema Blogging tips und Webdesign. Auch wenn ich die meisten Ratgeber-Posts von amerikanischen Blogs wie "verdopple deine Leserzahl in 10 Minuten" oder "Wie man möglichst schnell Geld mit einem Blog macht" absolut bescheuert finde, sind viele Posts aber auch hilfreich und manchmal kann man sich doch den ein oder anderen Tipp holen.

Es gibt so viele tolle Boards und auch auf meinen Pinterest-Boards häufen sich die Ideen. Ich nutze sie in erster Linie, um Dinge zu speichern. Inzwischen habe ich schon eine ganze Menge an  Frühstücks-Ideen und  gesunde Rezepte, die ich mal ausprobieren möchte. Und es funktoniert- einen Teil davon habe ich wirklich schon getestet. Da ich sehr leicht vergesse, wo ich etwas gefunden habe und meistens auf dem Weg nachhaus überlege, was ich essen möchte und einkaufen muss, sind die Rezepte auf den Boards perfekt abgelegt.
Aber auch um Inspirationen zu sammeln, finde ich Pinterest super. Deswegen habe ich auch ein Travel- Board und ein schlaues Board mit sophisticated Quotes, wie ich es gerne selbstironisch nenne. (aber hey- sie sind wirklich sophisticated!).

Jetzt würden mich eure Pinterest-Accounts, Tipps und Lieblingspinner oder Boards 
interessieren!

 

Sonntag, 10. Januar 2016

Sunday thoughts- wieviel Kleidung brauchen wir eigentlich? & Warum ich ein Paradabeispiel bin

Mit dem neuen Jahr möchte ich auch die Themen für den Blog ein wenig erweitern. Ich habe CharlottenMarotten nie als einen Blog gesehen, den man eindeutig einem Genre zuordnen kann. Meine Foodstyling-Kapazitäten sind begrenzt (was hauptsächlich an meiner mangelnden Geduld liegt), meine Wohnung zu klein und chaotisch für eine Interior-Bloggerin und leider verreise ich nicht monatlich für 3 Wochen nach Südostasien oder Kanada - damit fällt auch das Genre Reise-Bloggerin weg. Am ehesten wäre wohl noch "Lifestyle" als Kategorie zutreffend. Und was ist ein Lifestyle überhaupt? Für mich bedeutet es, mit euch Dinge zu teilen, die mich interessieren, faszinieren und beschäftigen. Großteils sind das natürlich schöne Dinge (Fotos, Rezepte, DIYs, Links) aber hin und wieder möchte ich den Blog auch gerne nutzen, um meine Gedanken zu teilen. Und das betrifft dann meistens die weniger schönen Dinge im Leben. In meinem Kopf gibt es neben drapiertem Frühstück für ein Instagram-Foto und schön eingepackten Weihnachtskeksen auch noch andere Themen. Viele sogar- so viele, dass ich mich entschieden habe eine neue Kategorie einzuführen- die "Sunday thoughts". In regelmäßigen Abständen wird es ein bisschen kritische Gedanken zu lesen geben. Ich hoffe auf eure Rückmeldung und freue mich auch auf Gegenstimmen, Diskussionen oder weiterführende Links.


Es gibt inzwischen zum Glück viele Blogger, die bereits mit gutem Beispiel vorangehen und ihren Blog auch als Plattform nutzen, um auf Missstände hinzudeuten.Sie stellen Fair Fashion vor, ohne Leute wie mich, die dutzende H&M T-Shirts im Schrank haben zu verurteilen. Sondern zeigen einem die Fakten, die man nicht sehen will und so dringend sehen sollte.

Eine solche Bloggerin ist Maddie von DariaDaria. Vermutlich kennen viele von euch ihren Blog und auch die Anfeindungen, denen sie ausgesetzt ist seit sie sich entschieden hat viele grundlegende Dinge in ihrem Leben zu ändern. Vegan zu essen, bewusst fair produzierte Kleidung zu kaufen und immer wieder unsere Verhaltensweisen zu hinterfragen. In den vergangenen Monaten habe ich ihre Beiträge sehr begeistert verfolgt. Aber nicht nur ihr Blog hat mich motiviert, über mein eigenes Konsumverhalten nachzudenken, auch viele andere bloggen inzwischen  über Themen, die unser Verhalten, unsere Gesellschaft und unsere Gewohnheiten bestimmen. Auch Mia ist mir ihrem Blog heylilahey für mich zu einem großen Vorbild geworden, sie stellt regelmäßig Fair Fashion vor und hat zudem auch viele Posts zum Punkt Nachhaltigkeit. Heute soll es aber ganz um fair produzierte Kleidung gehen- beziehungsweise um nicht fair produzierte Kleidung.


Ich selbst kann gleich mal als schlechtes Vorbild vorangehen. Seit ich denken kann, kaufe ich mit Begeisterung bei H&M und co ein. Das Angebot ist stetig wachsend, für Babies bis zur erwachsenen Frau, Sportsachen, Umstandsmode, Bademode, Schuhe,Unterwäsche- man bekommt quasi alles in einem Geschäft. Zwischen 14 und 20 ging ich nicht oft shoppen, aber wenn es mal soweit war freute ich mich, wenn ich möglichst viel mit nach Hause schleppte. Als Schülerin/Studentin hat man bekanntlich nicht viel Geld, aber darum ging es gar nicht. Selbst wenn ich mehr Geld zur Verfügung gehabt hätte, hätte ich mir lieber 10 T-Shirts gekauft, anstatt eines um den gleichen Preis. Quantität war das Motto! Nach einem Shopping-Tag zählte ich eher die Säcke, anstatt mich über einzelne Hosen oder Kleider (oder auch- EIN Kleid!) zu freuen. Wenn ich nach ein paar Stunden shoppen nachhause kam und nur 1,2 Sachen gefunden hatte, war der Tag für mich nicht erfolgreich. Ich freute mich nicht über die Dinge, die ich gekauft hatte sondern ärgerte mich, dass ich nicht MEHR gefunden hatte. T-Shirts für 20 Euro? Zu teuer! Am liebsten welche um 10 Euro, 5 Euro. Ja sogar um 3 Euro bekommt man ja mittlerweile bei Primark ein T-Shirt! Oft wusste ich dabei zuhause gar nicht mehr genau, was ich gekauft hatte.

Rückblickend gesehen würde ich das nicht gerade als gesundes Konsumverhalten bezeichnen. Allerdings möchte ich auch sagen, dass in einem Alter von 14,15,16 Jahren die Denkweise "so günstig und viel wie möglich" nicht ganz abwegig ist. Aber irgendwann macht man sich dann Gedanken. Wie kann ein T-Shirt 3 Euro kosten? Man liest und hört Beiträge über die Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern und ist schockiert, doch irgendwie schafft man es nicht, den Bogen zu sich selbst zu spannen.


Doch eines Morgens beim Anziehen fiel mir dann doch das "Made in Bangladesch"-Schild im T-Shirt auf, doch ich schob den unangenehmen Gedanken beiseite. "Dann kauf ich ab jetzt eben nicht mehr so viel Billigmode!" dachte ich mir. Wenn es nur so einfach wäre! Ich kann gar nicht genau sagen, wann der Zeitpunkt war, aber er kam vor ein paar Wochen, als ich mir dachte "Es reicht- ich hab einfach zu viel Kleidung!". Wahrscheinlich fiel mir aus meinem Kleiderschrank gerade ein Stapel Pullover entgegen, dezenter hätte ich mich mit diesem Thema wohl nicht auseinandersetzen können. Auf jeden Fall war ich genervt von mir selbst. Dass ich so viel Kleidung habe, wovon ich einen Großteil nicht anziehe und trotzdem ständig das Gefühl habe, dass ich nichts Passendes finde. Dass ich gerne viele neue Sachen kaufe und es mir bisher so egal war, wer dafür draufzahlt. Dass ich ernsthaft glaube, viel Kleidung zu besitzen, löst irgendwann das "Ich hab nichts zum Anziehen!"-Problem.

Also habe ich radikal ausgemistet. 5 Säcke Kleider aussortiert, alle der Caritas gespendet und mir geschworen, nicht mehr so viel Kleidung neu zu kaufen. Ab sofort wollte ich bewusster und weniger einkaufen! Ein Machtwort war gesprochen. Und dann? 3 Wochen später bestellte ich bei H&M. Weil ich SUPERDRINGEND einen Bikini vor unserem Urlaub brauchte und es so einfach war, 3 Bikinis zu bestellen und davon 1 zu behalten. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich im Internet nach fairer Bademode gesucht habe und nicht wirklich fündig geworden bin (Tipps gerne zu mir bitte!). Hin oder her- ich muss zugeben, dass diese Aktion einfach saublöd war. Ich kann es nicht anders ausdrücken. Alle Vorsätze innerhalb kürzester Zeit über den Haufen geworfen, weil ich nicht gleich bei meiner Recherche fündig geworden bin. Denn natürlich habe ich nicht nur Bikinis bestellt- nein!- auch ein paar T-Shirts und diverses anderes Zeug kamen mit. Sale und so.. Super! Kostet das T-Shirt nicht mehr 10 Euro, sondern nur noch 4 Euro!


Die Augen geöffnet hat mir schließlich mein Freund, der meine Bestellung schief beäugte und mich nur fragte: "Wolltest du das denn eigentlich nicht mehr machen?" Mehr sagte er nicht, mein Gewissen meldete sich sofort. Und er hat verdammt noch mal Recht. Ich möchte gar nicht allen Läden und Labels, die nicht fair und nachhaltig produzieren abschwören. Ich möchte nicht von mir selbst verlangen, nie wieder einen H&M zu betreten. Aber ich kann und will von mir selbst verlangen, ab sofort bewusster darauf zu achten, WAS ich brauche und WOHER es eigentlich kommt.

Es gibt so viele tolle Modeblogs, die dem Thema Fair Fashion viel Raum bieten und regelmäßig  fair produzierte Kleidung vorstellen. Das Argument "Ich würde gerne Fair Fashion kaufen, kann es mir aber nicht leisten!" gilt für mich nicht mehr. Ganz oft gibt es faire Alternativen, die fast genausoviel kosten wie die Produkte, mit denen wir ausbeuterische und menschenunwürdige Arbeitsbedingungen unterstützen. Warum nicht Schuhe kaufen, die nicht nur hübsch sind sondern auch noch einen Teil der Einnahmen spenden? Warum nicht ein einfaches T-Shirt kaufen, das genau gleich aussieht wie das Billig-Shirt, nicht wesentlich mehr kostet, dafür aber fair produziert ist? Ich muss nur meinen Hintern hochbekommen und mich informieren. Ein bisschen Zeit investieren, wofür haben wir denn das Internet um Himmels Willen? Maddie hat sogar eine lange Liste von fairen Shops angelegt, man muss nur noch draufklicken und stöbern.


Der wichtige Punkt in dieser ganzen Diskussion ist meiner Meinung nach aber, auf niemanden mit dem Finger zu zeigen. Ich persönlich finde sehr wohl, dass Modeblogger sich ihrer Vorbildfunktion und ihres Einflussbereiches viel mehr bewusst sein sollten, was jeder daraus macht ist jedoch seine Sache. Ich finde es unmöglich, auf andere Blogger zu zeigen und zu schimpfen "Du trägst aber XY, das ist ja kein nachhaltiges Unternehmen!", während der eigene Kleiderschrank aus allen Nähten platzt. Und auch wenn man selbst das fair-fasion-Vorzeigeleben liebt, es geht nicht darum, möglich wenig (Billigware) oder viel (Fair Fashion) zu besitzen, ich möchte gerne mein Kaufverhalten vor mir selbst rechtfertigen können. Und das Gefühl habe ich im Moment nicht. Aber ich hätte es gerne und werde daran arbeiten, es in naher Zukunft hoffentlich zu haben.
Wenn Blogger Bik-Bok die Türen einrennen, weil die Shorts "nur 10 Euro" kosten und es außerdem gratis Getränke (wuhuuu!) gibt, meinetwegen! Ich denke mir meinen Teil dazu, aber bevor ich anfange mich in den Shit-Storm einzuklinken, versuche ich erstmal bei mir anzufangen. Denn das ist schwer genug. Ich kann nicht sagen, ob ich nie wieder einen H&M betreten und ab sofort nur noch faire Mode kaufen werde. Vermutlich nicht. Aber ich kann zumindest damit anfangen, mich aktiv damit zu beschäftigen und die Augen aufzumachen.

Zum Geburtstag bekam ich von meinem Freund zwei Stücke von Armed Angels geschenkt (ein Wink mit dem Zaunpfahl könnte man meinen, für mich zeigt das nur wieder umso mehr, wie sehr er mich unterstützt und wie dankbar ich dafür sein kann).
Anstatt also zu argumentieren, warum ich mich nicht bemühen kann, faire und nachhaltigere Kleidung einzukaufen, könnte ich mal damit beginnen, mich endlich zu bemühen.

Gute Dokus zu dem Thema: 

"The true cost" (auf Netflix verfügbar)
"Sweatshop-deadly fashion" (Trailer hier und ganze Folgen hier) Ein Sender hat schwedische Modebloggerinnen nach Kombodscha geschickt in eine Kleidungsfabrik. Mehr muss man vermutlich nicht sagen...

Wie seht ihr dieses Thema? Ist fair produzierte Kleidung für euch wichtig oder Neuland? Habt ihr vielleicht interessante Links dazu?

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