Samstag, 4. Juli 2015

How to plan a Candy Bar *für Geburtstage, Parties oder Hochzeiten*

Manchmal habe ich ganz komische Ideen. Sie tauchen plötzlich vor meinem geistigen Auge auf und ich muss über sie schmunzeln, weil sie eigentlich total übertrieben und aufwändig sind. Aber irgendwie gehen mir genau diese Ideen nicht mehr aus dem Kopf. Wie Erdbeeren auf dem Frühstücksjoghurt, die einen irgendwann im Supermarkt angelacht haben und die man seitdem schon vor sich neben dem Kaffee auf dem Frühstückstisch stehen sieht. Also auf zum nächsten Supermarkt. Dass es um halb 8 Uhr abends nicht mehr DIE Riesenauswahl aus dem Bio-Frischesortiment gibt sollte eigentlich niemanden überraschen (in Österreich machen die Supermärkte viel früher zu). Aber die Enttäuschung ist natürlich trotzdem riesengroß, das Erdbeerglück droht zu scheitern. Und plötzlich stecke ich mit meinem ganzen Oberkörper zwischen Orangennetzen und hinter Avocado-Kisten und tadaaa- krame irgendwoher noch eine Schale Erdbeeren. Und nur ca. ein Drittel davon matschig! Wenn das kein Erfolg ist. (Dies ist eine wahre Geschichte, die sich vor kurzem so zugetragen hat)

So, ich hoffe ich konnte euch ausreichend vermitteln, wie stur ich manchmal sein kann. Projekte und Ideen, die sich einmal in meinem Kopf festgesetzt haben werden umgesetzt- das ist sozusagen Gesetz. Und als zwei sehr liebe Freunde von mir geheiratet haben und keine Ideen für Gastgeschenke hatten, war ich gleich Feuer und Flamme. Eigentlich wollte ich etwas Originelles finden, das man selbst machen kann. Damit fiel die typische Hochzeits-Marmelade schomal weg. Nachdem mein Vernunfts-Ich dann doch den Gedanken, 140 Seifen selber zu sieden, über Board geworfen hat, kam ich dank Pinterest auf die zündende Idee- eine Candy Bar muss her!

In darauffolgender Recherche fiel mir dann auf, dass es gar nicht so viele Infos zum Planen im Netz gibt. Natürlich, die typischen Braut-Blogs und viele Fotos, die absolut fantastisch aber leider auch inszeniert aussehen findet man, aber so richtig hilfreiche Tipps sind sehr rar. Deswegen gibt es heute von mir -nachdem das mehr oder weniger gut über die Bühne gegangen ist- ein paar Tipps, die man berücksichtigen kann beim Planen einer Candybar.


1. Bedenke den Rahmen & wähle ein Farbschema

Für welchen Anlass soll die Candy Bar sein? Bei einer Geburtstags-Party kann das Farbschema ruhig bunt und die Candy Bar ein richtiger Blickfang sein. Bei einer Hochzeit empfiehlt es sich eher, die Candy Bar in das Gesamtbild einzufügen. Ein Farbkonzept kann man entweder bei der Deko umsetzen, oder auch bei den Süßigkeiten. Bei mir war recht schnell klar, dass alle Süßigkeiten dem Farbschema entsprechen sollten- gar nicht so einfach bei gelb-grau wenn ihr mich fragt. Da hatte ich mich schon vor die erste große Aufgabe gestellt. Bedenkt, dass es je nach Farben auch recht schwierig sein kann, passende Süßigkeiten zu finden. Blau mag zwar eine schöne Farbe sein, bei Gummibärchen wird es aber schon schwierig. Allerdings kann auch eine Farbe dominieren, ich habe einen Großteil in gelb gehalten und noch weiß und orange-Töne dazugenommen. In grau gab es eigentlich nur die Pandabärchen und ein bisschen Deko. Wenn man sich mal für Farben entschieden hat- egal ob zwei-, dreifarbig oder bunt- kann das planen eigentlich auch schon richtig losgehen.



2. Süßigkeitenwahl & Shoppppiiiing

Die Farben sind gewählt, alles schön und gut, aber woher bekommt man Süßigkeiten in größeren Mengen, ohne stundenlang Supermärkte zu durchkreisen? In erster Linie sollte man sich entscheiden, ob man nur Gummizeug möchte oder auch Schokolade/Lakritz etc. Auch Popcorn oder salzige Snacks passen natürlich gut, je mehr Auswahl es gibt, desto mehr Geschmäcker werden getroffen. Ich habe mich allerdings dafür entschieden, nur Gummizeug zu benutzen. Das lag einerseits an den Farben und andererseits daran, dass die Hochzeit im Juni stattfand und ich Schokolade im Frühsommer nicht so optimal fand. (Da fällt mir ein- Eis wäre natürlich auch mal toll. Eine Eisbar? Da entwickelt sich schon wieder so eine wahwitzige Idee...)
Natürlich könnt ihr auch in den Supermärkten eures Vertrauens nach Süßigkeiten Ausschau halten, ich bin jedoch dazu übergegangen, gleich im Internet zu bestellen. Der Vorteil ist, dass man alles nach Hause geliefert bekommt (Unterschätzt nie das Gewicht von Gummibärchen!) und auch viel Auswahl hat und vergleichen kann. Hierbei lohnt es sich eigentlich immer den Preis für 100 g zu vergleichen, der ist meistens klein rechts unten oder unter dem Packungspreis eingeblendet. So kann man auch unterschiedliche Sorten und Händler gut miteinander vergleichen und abschätzen, welche Preise angemessen sind. Ich habe übrigens meistens so zwischen 60 und 80 Cent pro 100 g gezahlt, manchmal mehr manchmal weniger. Bestellt habe ich im Haribo Online Shop und im Gummibärenland. Bei Haribo gibt es die ganzen Klassiker und zudem auch sortenreine Gummibären das heißt jeweils in einer Farbe. Wer sich also strikt an das Farbmotto halten möchte und keine 200 Gummibärentüten aussortieren möchte, ist hier an der richtigen Adresse. Im Gummibärenland hingegen gibt es viele Sachen, die ich vorher noch nie gesehen habe und ich muss sagen- sie schmecken wirklich alle fantastisch! In den Stores kann man auch verkosten (war zumindest bei mir so) und da habe ich natürlich gleich eine Auswahl getroffen. Weitere Bezugsquellen können Metro oder Müller sein, dort bekommt man auch gut größere Mengen. Außerdem kann man extra M&MS bedrucken lassen und zweifarbig bestellen, das war mir allerdings für die Menge zu teuer und deswegen habe ich darauf verzichtet.



3. Mengen & Organisatorisches

An diesem Punkt hatte ich die meisten Bedenken und war mir bis zuletzt nicht sicher, wie man gut Mengen abschätzt. Mein Herz hüpft natürlich höher, wenn möglichst viele unterschiedliche Süßigkeiten auf dem Tisch nebeneinander stehen, aber hier muss man wirklich ein bisschen realistisch bleiben. Ich habe als perfekte Mengenangabe pro Gast zwischen 120 und 160 g gelesen, wobei mit 160 g sehr viel vorkommen. Auch hier muss man bedenken, welchen Zweck die Candy Bar eigentlich erfüllen soll. Bei der Hochzeit sollten die Gäste Süßigkeiten mit nach Hause nehmen, aber es gab eine Torte. Somit war die Candy Bar an sich nicht die Nachspeise. Wenn sie jedoch als eine Art Nachspeisenbuffet gedacht ist, muss man eventuell etwas mehr planen. Gibt man den Gästen größere Tüten und möchte sie ermutigen, auch etwas mit nach Hause zu nehmen, ist das auch bei der Planung wichtig. Ich habe mit ungefähr 140 g pro Person gerechnet und es ist einiges übrig geblieben. 100-110 g hätte hier sicherlich auch gereicht. Allerdings muss ich dazusagen, dass es wie schon erwähnt sehr viele Gäste waren und davon sehr wenige Kinder (ich unterstelle jetzt einfach mal, dass ältere Gäste bei der Candy Bar nicht so zuschlagen) und es an dem Tag unfassbar heiß bis in die Abendstunden war. Bei höheren Temperaturen wird weniger Gummizeug gegessen, auch das kann man bei der Planung bedenken.
















































4. Deko & andere wichtige Dinge

Wenn die Süßigkeiten organisiert sind stellt sich natürlich noch die Frage, woher man den Rest bekommt. Ihr solltet euch für passende Behälter entscheiden. Ich habe einfache Glas-Vorratsdosen genommen (zum Beispiel von IKEA oder Depot). Wenn man bei Freunden rechtzeitig nachfragt bekommt man auch so ohne große Kosten einige Gläser zusammen (rechtzeitig lohnt sich, damit eventuell noch befüllte Behältnisse rechtzeitig geleert werden können). Auch Flohmärkte sind für Glasschüsseln oder Etageren eine gue Adresse. Verschließbare Gläser finde ich besonders gut, weil man die Candy Bar so auch ganz unproblematisch am Vorabend aufbauen kann, ohne dass das Gummizeug trocken wird. Aber auch Schüsseln oder Schalen sind gut, im Zweifelsfall vielleicht aus hygienischen Gründen einfach über Nacht abdecken. Lollies und einzeln verpackte Bonbons hatte ich offen liegen. Apropos Hygiene. Damit nicht alle Gäste mit ihren Fingern in die Gläser reingrabbeln sollte man unbedingt auch an Löffel oder kleine Schaufeln denken. Auf Amazon hatte ich schöne Metallschäufelchen gefunden, die aber leider nicht nach Österreich geliefert wurden. Letztendlich wurden es als Kompromiss Plastikschaufeln, besser als nichts. Aber auch schöne verschnörkselte Löffel kann ich mir gut vorstellen.
























Ich finde es auch wichtig, die Süßigkeiten zu beschriften. Das kann den Gästen als Orientierung dienen, wenn jemand zum Beispiel saure Bonbons nicht mag oder eine Abneigung gegen einen bestimmten Geschmack hat. Außerdem findet man auf Pinterest sehr schnell schöne kostenlose Druckvorlagen in passenden Farben, die dann automatisch schon ein Teil der Deko sind.
Zum Punkt Deko gibt es ansonsten nicht allzu viel zu sagen. Auf den Fotos nicht zu sehen leider ist eine Girlande, die ich noch aus Krepppapier gebastelt hatte. Da die Candy Bar am Vorabend aufgebaut wurde und die Girlande nicht richtig hing, ist ein Komplett-Foto wohl nur auf der SD-Karte des Fotografens. Ich selbst habe es am Hochzeitstag natürlich nicht mehr geschafft, ein Fotos zu machen. Und recht bald war die Candy Bar auch nicht mehr so fotogen, aber dazu ist sie ja da. Ansonsten hatten wir als Deko noch einen farblich passenden Tischläufer und ein paar graue Accessoires- Servietten und Kerzen.
Natürlich kann man auch gut den Raum über der Candy Bar nutzen- beispielsweise mit Pompoms oder Luftballons. Da auf der Hochzeit aber bereits ganz tolle gelbe Riesenlampions von der Decke hingen, hab ich davon abgesehen.
Sehr empfehlenswert ist es auch, ein bisschen in die Höhe zu bauen. Eine kleien Kiste mit Servietten oder einem Tuch abgedeckt, gibt dem Ganzen gleich viel mehr Struktur. Eine Etagere oder Tortenglocke- alle Dinge, die in die Höhe gehen, lassen die Candy Bar hervorstechen.


























Das war mein Senf zum Süßkram und der ganzen dazugehörigen Planung.
Habt ihr schon Erfahrung mit einer Candy Bar gemacht?  Habt ein tolles Wochenende, hoffentlich mit ganz viel Sonne und ein bisschen Eis!




Kommentare:

  1. Das sind wirklich tolle und auch wertvolle Tipps! Toll zusammengefasst. :)

    Liebe Grüße
    Laura (http://himbeermarmelade.de)

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  2. Hallo liebe Charlotte, ich muss dir jetzt unbedingt mal sagen wie sehr ich mich über deine lieben Kommentare freue! Jeder Blogger sollte so einen tollen Leser haben wie du es bist!
    Ja die Nudeln waren wahnsinnig gut! Allein schon das man zusehen konnte wie die Nudeln in dem riesigen Wok zubereitet wurde, war ein kleines Erlebnis. Also wenn du mal in Madrid sein solltest! ;)
    Deine Candybar sieht übrigens richtig hübsch aus! Tolle Farben! ;)
    Ganz liebe Grüße,Sarah

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  3. Eine Candybar habe ich bisher noch nicht gemacht, dafür aber schon ein paar Sweet Tables, das ist ja ziemlich ähnlich! :) Deine Tipps finde ich ziemlich toll, seeehr ausführlich und wunderbar informativ! Mit den Mengen habe ich irgendwie immer so meine Probleme - meistens denke ich mir "Okay, nimm noch das, back noch dies, füg noch jenes hinzu (...)" obwohl es ja eeeeigentlich schon genug ist :D

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  4. Wenn ich mal heirate dann auch unbedingt mit Candy Bar und Cupcakes und Muffins und und und :>

    Hab noch einen feinen Sonntag!
    Anne

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