Sonntag, 20. März 2016

Sunday thoughts: Offline ist der neue Luxus und warum ich mich mit Blogpausen angefreundet habe

Tja, jetzt hab ich den ganzen Tag überlegt, ob ich diesen Beitrag schreiben soll oder nicht. Meine innerste Blogger-Stimme sagte: "Ach, blogg doch einfach anstatt darüber zu schreiben dass du nicht bloggst!" Wie ich dann festgestellt habe gibt es da anscheinend eine noch-innerere innere Blogger-Stimme und die vertritt die Meinung "Wenn dir ein Thema nicht aus dem Kopf geht und du es gerne teilen möchtest, dann mach das einfach, anstatt dir irgendwelche Posts aus den Fingern zu saugen." Und genau das mach ich jetzt auch. Es ist nicht so, als hätte ich nicht einen Haufen Ideen für Blogbeiträge. Einige Posts sind sogar schon seit Wochen halbfertig und warten nur auf den letzten Schliff, vielleicht ein paar Fotos und schussendlich auch darauf, dass ich auf "veröffentlichen" drücke. Aber irgendwie kann ich mich nicht so richtig überwinden.

Vergangene Woche las ich dann den Blogpost von Mirela von coral and mauve. Ihren Blog mag ich sehr gerne, nicht nur weil sie aus Wien kommt, sondern vor allem, weil sie ganz unterschiedliche Themen anspricht. Sie sagt selbst über sich, dass sie keine Nische bedienen kann und will und damit kann ich mich sehr gut identifizieren. Und dann stand da dieser Satz, der bei mir gerade wie die Faust aufs Auge passt:

http://coralandmauve.at(Die Grafik stammt von mir, der Spruch von Mirela. Falls es also ein copyright für Sprüche gibt, dann liegt das bei ihr :))

Und erst da habe ich so richtig realisiert, warum ich in den vergangenen zwei Monaten recht wenig gebloggt habe. Sicher, der Februar war recht stressig, aber es lag nicht  an der fehlenden Zeit oder an mangelnden Ideen. Der Grund war eigentlich, dass ich meine Zeit mit anderen Dingen verbracht habe. Ich habe teilweise die ganze Woche Instagram, Pinterest und co links liegen lassen, kaum Blogposts gelesen und erst recht keine geschrieben. Meine Freizeit war so schnell mit anderen Dingen gefüllt- lange Spaziergänge am Wochenende, auf der Couch liegen und lesen, mit dem Herzmann bis zum Nachmittag im Bett bleiben, neue Brunchlokale mit den besten Freundinnen austesten, wieder vermehrt Laufen gehen als Vorbereitung auf den Vienna City Staffel-Marathon, gesund kochen und neue Rezepte ausprobieren, neue Serien entdecken und darauf reinkippen und ganz vielen anderen Dingen.


Versteht mich nicht falsch, ich mag Instagram, Pinterest und inzwischen auch Snapchat (auch wenn ich es nicht ganz durchschaue, aber das ist eine andere Geschichte) sehr gerne, ich liebe es, mich an einem Sonntag durch die Beiträge meiner Lieblingsblogs zu lesen, mit einer Tasse Kaffee in der Hand und viel Zeit. Aber mir ist selbst bewusst geworden, dass ich ganz lange nicht mehr mit voller Aufmerksamkeit einen Film angesehen habe, ohne nebenbei den Instagram-Feed durchzuscrollen, jemandem auf Whatsapp zurückzuschreiben oder schon den nächsten Tag zu planen. Einfach mal nicht alle 15 Minuten aufs Handy zu schauen oder Social-Media Beiträge für den Blog zu planen kann unglaublich entspannend sein. Früher hatte ich immer ein schlechtes Gewissen, wenn die Anzahl meiner Beiträge in einer Woche mal einbrach oder ich keine Ideen für abwechslungsreiche Posts hatte. Ich habe sicher das ein oder andere Mal einen Beitrag fertiggeschrieben, obwohl ich gar keine Lust darauf hatte und eigentlich nciht ganz zufrieden war. Aber inzwischen habe ich mir selbst ein bisschen den Druck genommen.





CharlottenMarotten läuft immer noch in meiner Freizeit, ich habe den Blog gestartet und er ist die letzten Jahre wohl auch ziemlich mit mir mitgewachsen. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass ich irgendwelche Vorgaben oder Verpflichtungen zu erfüllen habe. Sobald mir das Bloggen keinen Spaß mehr macht, sobald es eher zu einer Belastung wird, lege ich einfach eine Pause ein. Es ist nicht schlimm, wenn 3 Wochen kein Beitrag erscheint. Viel schlimmer fände ich es persönlich, wenn in dieser Zeit 6 lieblose Posts fabriziert werden, mit denen ich weder beim Schreiben noch nach der Veröffentlichung zufrieden bin. Der Blog soll vor allem authentisch sein und wenn mir gerade mehr danach ist, den Frühlingseinbruch zu genießen und meine Zeit nicht vor dem Laptop zu verbringen, ist das genau in Ordnung. Ich weiß nicht, ob es anderen Bloggern auch so geht oder ob das vor allem bei mir ein Phänomen ist. Das liegt sicher auch daran, dass ich es nicht sehr gut schaffe, Posts zu planen und langfristig vorzubereiten. Für mich ist das inzwischen total in Ordnung und ich freue mich eher über die Motivationsschübe, wenn ich eine neue Idee zeitnah umsetzen und in einen Post verpacken kann.

Unsere Gesellschaft wird von so vielen Seiten mit Informationen, Eindrücken und Bildern bombardiert, dass viele (so wie ich) es gar nicht mehr gewohnt sind, eine Sache bewusst zu machen und mal nicht online zu sein. Über jeden Ausflug, jedes Frühstück, jede Sporteinheit wird gesnapchattet, ein Bild auf instagram hochgeladen und im Idealfall gibt es dazu noch passende Facebook-Posts und einen Tweet. Ich habe für mich persönlich entschieden, dass ich das nicht möchte. Weil ich das einfach nicht brauche und mein Blog braucht es auch nicht. Ich freue mich über jeden einzelnen Leser und Kommentar, allerdings habe ich irgendwie noch den Glauben daran, dass das Interesse nicht verschwindet, wenn mal 2 Wochen Ruhe auf dem Blog ist (wow wie oft habe ich eigentlich schon das Wort Blog geschrieben?).

Meine Freizeit genießen, neue Dinge auszuprobieren, das Handy mal beiseite legen, Zeit mit den wichtigsten Menschen in meinem Umfeld zu verbringen- das sind die Dinge, die für mich derzeit absolute Priorität haben. Denn wer glücklich und inspiriert ist, schreibt sicher auch die besseren Blogposts, oder nicht?

Habt einen schönen Wochenstart ihr Lieben!

Kommentare:

  1. Ich wundere mich ja immer, wenn nach dem "Blogpause: Ich bin/war offline, brauch mal Pause von dem ganzen" ein "... aber ihr findet mich ja noch (täglich) auf Instagram, Facebook und Twitter". Nicht bei dir jetzt, aber bei vielen, vielen anderen Bloggern (ich meine, bei Mirela auch) ... da fass ich mir immer ein wenig an den Kopf und frage mich, in welcher Welt Instagram offline stattfindet ;)
    Ich bin ja ganz froh übers Larp-Hobby, bei dem ich generell offline bin und für 3-5 Tage, je nachdem, und das Handy für die Zeit gar nicht anfasse. Und dann auch nichts vermisse ...

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  2. Ich verstehe dich sehr gut! Es wird immer mehr und mehr und manchmal braucht man einfach eine Pause. Ich genieße das immer ganz besonders, wenn ich auf Reisen bin und kein W-Lan in der Nähe ist. Dann kann ich einfach grade nicht mit der Welt kommunizieren und das ist auch gut so. :) Du sprichst da ein sehr wichtiges und richtiges Thema an. Wenn einem die Inspriation und Lust irgendwann mal ausgeht, sollte man einfach mal ne Pause machen!

    Liebe Grüße
    Laura (www.trytrytry.de)

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